Der Gay-Lussac-Humboldt-Preis geht an Véronique Gayrard

Enge Zusammenarbeit mit Anton Bovier

Foto: (c) Institut Henri Poincaré

Bonn, 15.12.2021. Véronique Gayrard, Forschungsdirektorin ("directrice de recherche") am CNRS (Centre Nationale de la Recherche Scientifique) in Marseille, erhält in diesem Jahr den Gay-Lussac-Humboldt-Preis. Die renommierte Auszeichnung wird jährlich gemeinsam vom französischen Hochschul- und Forschungsministerium und der Alexander-von-Humboldt-Stiftung an herausragende Wissenschaftler*innen vergeben, die für die Zusammenarbeit beider Länder stehen.

Die Forschung von Véronique Gayrard konzentriert sich auf die mathematische Analyse von Zufallsmodellen in der statistischen Physik. Sie ist international bekannt für herausragende Beiträge zu neuronalen Netzen, zur Metastabilität in der Zufallsdynamik und zur Analyse der Langzeitdynamik ungeordneter Systeme, einem Phänomen, das in der Physikliteratur als "Alterung" bezeichnet wird. Der Gay-Lussac-Humboldt-Preis ist mit einem Forschungsaufenthalt in Bonn verbunden, den Véronique Gayrard vermutlich Anfang Februar für zunächst 6 Monate antreten wird. Während dieses Aufenthaltes wird sie sich auf das letztgenannte Gebiet konzentrieren und diese Probleme in komplexeren und realistischen Modellen untersuchen.

Für den Gay-Lussac-Humboldt-Preis wurde Véronique Gayrard von Anton Bovier vom Institut für Angewandte Mathematik nominiert. Beide arbeiten seit 1992 eng zusammen und haben bereits etwa 37 Arbeiten gemeinsam geschrieben. Gemeinsam haben beide eine binationale Promotion ("Cotutelle Promotion") betreut und sich in vielen gegenseitigen Forschungsaufenthalten ausgetauscht.

Gay-Lussac-Humboldt-Preis

Der Gay‐Lussac‐Humboldt‐Preis wurde erstmals 1983 verliehen und ist mit 60.000 Euro dotiert. Es werden jährlich vier bis fünf exzellente Forscher*innen ausgezeichnet. Der Gay-Lussac-Humboldt-Preis wird vom französischen Hochschul- und Forschungsministerium an deutsche Forscher*innen vergeben, die von französischen Wissenschaftler*innen nominiert werden. Umgekehrt wird er von der Alexander-von-Humboldt-Stiftung an französische Forscher*innen vergeben, die von deutschen Wissenschaftler*innen vorgeschlagen werden.