Martin Hairer erhält den Breakthrough-Preis 2021

Bonn, 24.09.2020. Vor einigen Tagen wurde bekannt, dass Martin Hairer mit dem Breakthrough-Preis 2021 geehrt wird. Aufgrund der Corona-Pandemie soll die Verleihung erst im März 2021 im Silicon Valley, USA, stattfinden. Mit drei Millionen US Dollar ist der Breakthrough-Preis der höchstdotierte Wissenschaftspreis der Welt. Martin Hairer, Professor am Imperial College London und Österreichs erster und bislang einziger Träger der Fieldsmedaille, ist dem Hausdorff Center eng verbunden und Mitglied seines Scientific Advisory Boards. Seine Forschung ist zudem eng mit der Forschung unseres Hausdorff Chairs Massimiliano Gubinelli verknüpft.

Martin Hairer beschäftigt sich mit stochastischen partiellen Differentialgleichungen (SPDEs). Durch solche SPDEs werden Vorgänge in der Natur beschrieben, die nicht vollkommen glatt verlaufen und zufällige Fluktuationen enthalten. Man kann mit solchen Gleichungen gut untersuchen, wie sich eine eindimensionale Grenze zwischen zwei Substanzen oder zwei Phasen unter Einfluss von Zufall entwickelt, wie zum Beispiel der verkohlte Rand bei der Ausbreitung einer Flamme, wenn man ein Blatt Papier anzündet. Enthalten sind in solchen Gleichungen allerdings Terme, die mit klassischen analytischen Methoden nicht sinnvoll angegangen werden können. Mit Hilfe sogenannter Regularitätsstrukturen schuf Martin Hairer eine neue Welt mathematischer Werkzeuge, um solche nichtlinearen SPDEs mathematisch sinnvoll untersuchen und lösen zu können.